Smart Home, eine Utopie? Früher und heute im Vergleich

Den Begriff Smart Home kennen heutzutage fast alle und doch versteht jeder etwas Anderes darunter. Bei einer Sache ist man sich aber einig: Es macht das Leben komfortabler und sicherer. Obwohl Smart Home relativ jung ist, gehen die Wurzeln weit zurück:

Das moderne Haus von früher

„Das elektrische Zuhause der Zukunft“¹, so hat es das Popular Mechanics Magazine 1939 beschrieben. Dort erklärt George H. Bucher wie er sich das Haus der Zukunft vorstellt. Vor mehr als 80 Jahren nannte er einige Konzepte, die aus heutiger Sicht erstaunlich konkret waren.

Bucher stellte sich vor, dass das moderne Haus rund um die Stromversorgung und die Geräte gebaut wird. Nach seiner Aussage würde die Steuerung des Hauses den zentralen Punkt des Gebäudebaus einnehmen. Dies erfordere jedoch mehr Erfahrung in Architektur und im Ingenieurwesen. Aber wie stellte Bucher sich die Steuerung vor? Im Haus sollten viele einzelne Steuereinheiten verteilt werden, die über Kurzwellenfunk Befehle an die Endgeräte übermitteln. Durch die Nutzung dieser Steuereinheiten sollten mehrere Geräte gleichzeitig bedient werden können. So sollte es möglich sein vom Sofa beispielsweise die Temperatur und Kochzeit bequem zu kontrollieren. Maximaler Wohnkomfort stand an erster Stelle. Dies unterstrich er mit der Aussage, dass die Möglichkeiten des Radios und Fernsehens unvorhersehbar wären und dass sich dadurch das Konzept des Entertainments grundlegend verändert wird. Zu guter Letzt befasste sich Bucher noch mit Lampen, die sich in den damaligen Lampen abheben sollten: Er war fest davon überzeugt, dass die Lampen der Zukunft verschiedene Farben haben werden. Die Erklärung: Chemikalien würden bei richtigen Kombinationen im Glasgehäuse der Lampe die resultierende Farbe erzeugen. Dies könnte einen therapeutischen Effekt auf die Menschen haben. Denn bei richtiger Farb- und Lichtintensität ließe sich die Motivation und Stimmungslage beeinflussen. Diese Methode nannte er „Mood-Control“ (Stimmungskontrolle).

Und heute?

Vieles, was Bucher angedeutet hat, ist mehr oder weniger eingetroffen.

Heutzutage haben wir den technischen Fortschritt, um das Haus auf das Smart-Home-System anzupassen. Dabei wird im Vorfeld mit einem Elektriker abgesprochen, wie sich der Kunde sein eigenes Smart-Home-Erlebnis vorstellt. Beispielsweise kann bei einer Gebäudesanierung oder einem Neubau auf Homematic IP Wired zurückgegriffen werden, was über eine besonders hohe Fehlertoleranz, Robustheit und Störsicherheit verfügt. Auch die von Bucher erwähnte Steuereinheit findet sich in vielen Smart-Home-Systemen wieder. Bei Homematic IP ist der Access Point das zentrale Element. Dadurch ist es möglich auch von unterwegs zuzugreifen. Homematic IP kann über einen Sprachassistenten oder das Smartphone gesteuert werden. Die Befehle werden über das Internet zum Access Point weitergeleitet, der die Signale per Funk an die Homematic IP Endgeräte übermittelt. Homematic IP nutzt eine Frequenz von 868 MHz (Ultra-High-Frequency = UHF). Die bedeutenden Vorteile sind, dass die Antennengröße wesentlich geringer ausfallen darf als bei niedrigeren Frequenzen, weil die Schwankungsausbrüche ebenfalls kleiner sind und dass die Reichweite gegenüber Geräten mit 2,5 bzw. 4 GHz Technologien größer ist. Dies erlaubt eine viel kompaktere Bauweise der einzelnen Geräte. Der von Bucher erwähnte Kurzwellenfunk würde längere Antennen und folglich größere Geräte voraussetzen.

Eine große Chance sah Bucher auch in der Beleuchtung des Eigenheims. Heutzutage werden vermehrt LEDs eingesetzt. Gegenüber herkömmlichen Glühlampen sind LEDs nicht nur leistungsstärker, sondern auch langlebiger. Zudem haben LEDs noch nützliche Zusatzfunktionen, wie die Dimmbarkeit und den Farbwechsel. Der Anwender hat somit bei einigen Lampen die Möglichkeit die Farbe zu ändern. Es können bis zu 16 Millionen Farben erzeugt werden, indem das Mischverhältnis von den Grundfarben Rot, Grün und Blau und deren Lichtintensität geändert wird. Diese LEDs werden auch RGBW-LEDs (Rot-Grün-Blau-Weiß-LED) genannt. Durch die Homematic IP CCU3 ist es möglich das Homematic-IP-System mit anderen Smart-Home-Systemen, wie Philips Hue und Osram Lightify zu verbinden. Die Farben können individuell und zu jederzeit angepasst sowie mit anderen Lampen abgestimmt werden, sodass auch hier die Stimmungskontrolle in Teilen umsetzbar ist. In Kombination mit einer Partnerlösung von Mediola, können zudem weitere Produkte anderer Hersteller eingebunden werden.

Fazit

Der Elektronikmarkt hat sich seit 1939 extrem verändert. Die Menschen haben beeindruckende Geräte und Systeme entwickelt, dessen Verwendungsmöglichkeiten viele neue Türen öffnen. Die Technik ist seitdem nicht nur komplexer und umfangreicher geworden, sondern auch komfortabler und faszinierender. Vor allem im Bereich Smart Home konnten beeindruckende Errungenschaften erreicht werden. Statt einer lokalen Steuerung der Geräte, kann mit Homematic IP von überall zugegriffen werden. Auch die Flexibilität des Systems erlaubt die Verknüpfung mit anderen kompatiblen Smart-Home-Lösungen von Drittanbietern. Dies ermöglicht eine einzigartige Individualisierung des Smart Homes.

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¹ Vgl. Bucher, G., The electric home of the future, New York, August 1939, Band 72, Nummer 2, Seite 162 ff.